Von:
Julia Wappmann

e-schwanger.de

Noch drei Minuten – bin ich schwanger? Erwartungsvoll starre ich das weiße Plastikding an: Sag mir, hat es geklappt? Bitte, bitte, bitte!!!! Tu was! Färbe dich, mach Striche, was auch immer!

Noch zwei Minuten – bin ich schwanger? Unruhig laufe ich hin und her. Durch meinen Kopf schwirren die Gedanken… Wenn ja: Was wird es – Junge oder Mädchen? Werde ich eine gute Mutter sein? Kann ich diese Verantwortung übernehmen? Sorge macht sich breit…

Noch eine Minute – bin ich schwanger? Vielleicht hat sich ja schon was getan… Soll ich vielleicht mal schauen? So ein klein wenig? Nur ein winziges bisschen? Ich warte…

Einen Vorteil hatte Maria aus Nazareth ja: Sie musste nicht warten, ob der Schwangerschaftstest positiv oder negativ ausfällt. Ihr, der jungen Verlobten des Josef, erschien der Engel Gabriel und kündigte an: „Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Jesus geben.“ Alle mich bewegenden Fragen – Schwanger? Junge oder Mädchen? – werden von Gabriel in einem Satz an Maria beantwortet. Sogar einen Namen hat das Kind schon! Ich bin ein wenig neidisch…

Die Zeit ist um – Freude, Angst, Glück, Liebe, Sorge, Hoffnung, Vertrauen. Oder um es mit Maria zu sagen: „Meine Seele erhebt den Herrn...“

Ich bin schwanger. In mir wird die nächsten neun Monate ein kleiner Erdenbürger heranwachsen. Ich freue mich auf mein Kind, auf die Erfahrungen, die wir die nächsten Monate und Jahre gemeinsam machen werden. Ich ängstige mich jetzt schon um mein Kind: Geht es ihm gut? Wird in der Schwangerschaft alles gut verlaufen? Ich bin glücklich, dass ich schwanger bin, dass mir das Geschenk der Schwangerschaft gemacht wurde. Ich liebe das kleine Wesen in mir jetzt schon, auch wenn ich es noch nicht spüre oder sehe – es ist da.

Aber da ist auch die Sorge: Werde ich eine gute Mutter sein – schon in der Schwangerschaft? Ich hoffe, dass mein Kind gesund ist, dass es sich gut entwickelt, dass es immer Menschen um sich haben wird, die ihm Gutes tun. Ich hoffe auch, dass Gott es als sein Kind annehmen wird, dass er es in seiner Hand birgt und schützt. Ich will wie Maria darauf vertrauen, dass Gott uns beide in den kommenden Schwangerschaftsmonaten durch alle Höhen und Tiefen begleitet, dass er mit uns ist, was auch immer uns erwartet.

Oder – um noch einmal Maria zu Wort kommen zu lassen: „Meine Seele erhebt den Herrn… Denn er hat große Dinge an mir getan.“